Revue

Die Weihnachtsferien neigen sich wieder einmal einem Ende zu und ich sitze in meinem Zimmer, nachdenklich und verwirrt... Eine ruhige Zeit hab ich mir die Ferien gewünscht, aber auch eine Zeit in der ich viel Zeit für Freunde habe, für meinen Freund und... hmm... eigentlich wollte ich auch viel lesen, ein paar Dinge für die Schule tun und einfach mal durchatmen... Ja es waren tolle Ferien, aber irgendwas... macht es unvollständig... Zum lesen bin ich kaum gekommen, zum lernen auch kaum... aber was mir wirklich fehlt, ist so etwas wie Luft, ich atme und atme, versuche mich aus dem ganzen Gewirr um mich herum zu befreien, lasse immer mehr Aufgaben fallen, verschiebe Prioritäten, aber schiebe auch Dinge die getan werden müssen, immer weiter nach hinten hinaus. Und die Erinnerung an diese Dinge, nimmt mir wieder etwas Luft, aber in dem Moment selbst, sehe ich mich selbst nicht in der Lage, die Aufgaben zu bewältigen... Ganz schön absurd... nun beginnt schon Montag wieder die Schule und ich habe nur Magenschmerzen bei dem Gedanken daran... zeitweise denke ich wirklich nur noch, dass ich nicht ein solches Leben führen möchte, spiele mit dem Gedanken einfach die ganze Schule, Schule sein zu lassen und mir eine Ausbildung zu suchen, als ob es dadurch einfacher werden würde... ich kenn mich ja, immer wieder Dinge beginnen, Gefallen daran finden und letztendlich lass ich sie fallen, weil ich wohl nicht das "Fester-Wille"-Gen in solchen Dingen besitze -.- Also sollte ich zumindest mein Abitur schaffen... Nur die Erwartungen die damit verbunden sind, drücken manchmal doch ein wenig, die Eltern, die Familie, auch Freunde, jeder denkt, die schafft das eh, die macht ein gutes Abi und manchmal denkt man einfach nur noch, ES REICHT! STOP! Und dann läuft man weiter und rebelliert, rebelliert mit fast allen Mitteln, die einem zur Verfügung stehen. Trinkt, raucht, bleibt lange aus, lernt nicht mehr so viel wie früher, hört dunkle Musik und schwänzt die ein oder andere Stunde... Nein, mir geht's gut... und nur der kleinste Versuch der Eltern, alles wieder umzukehren, das eigene Kind vor dem eigenen, selbst herbeigeführten Ruin zu retten, hat die gegenteilige Wirkung... noch rebellischer... kurz davor, bei einer Klausur ein leeres Blatt abzugeben... Ich will mein Leben führen... nicht das Leben eines anderen, nicht das Leben, das die Gesellschaft versucht mir aufzudrängen...
Meine Rebellion dauert an, und doch verbirgt sich hinter ihr immer noch eine rationale Seite, ich weiß, dass ich mir selbst schade... schon seit Jahren, nicht nur mit so etwas harmlosen, wie einer geschwänzten Stunde oder einer "vergessenen" Hausaufgabe (auch wenn dies eindeutig auch schon schadhaft ist), sondern auch meine Gesundheit... und dabei... versuche ich doch nur Luft zum Atmen zu erhalten, FREIRAUM ... Weg von all den Zwängen, weg von all den Dingen, die mir vorgeschrieben werden... Ja ich weiß, Regelungen müssen sein, jeder sagt mir das... Gesetze müssen sein, Anarchie wäre wohl doch nicht der richtige Weg... doch irgendetwas muss da doch sein... Etwas, was mir mehr Luft zum Atmen gibt, etwas Befreiendes von all diesen Süchten, von dieser Rebellion. Andere können doch auch ohne diese "krasse" Rebellion leben, ja sie rebellieren anders, wieso ist es mir nicht möglich "normal" zu rebellieren? Weshalb schade ich dabei mir selbst? Was ist falsch gelaufen, bin ich zu vielen Zwängen, zu vielen Kontrollen, zu viel Beherrschung ausgesetzt gewesen, sodass nun der einzige Weg, die fast vollständige Blockade ist?

Vielleicht, sollte ich diese Gedanken nicht unbedingt in einem Block äußern, ich bin selbst erstaunt, dass ich es tue, selbst überrascht, wie ehrlich mir diese Worte von den Lippen kommen, wie ehrlich sie gemeint sind... Ich bin lange davon gelaufen, werde wohl auch noch weiter davon laufen, weiter rebellieren... vielleicht wirklich, weil vorher noch mehr "zu kontrolliert" abgelaufen ist, als anderorts...
Aber es wird wohl auf eine andere Art und Weise "normal" sein, wer rebelliert nicht?! Und doch gibt es wohl nur wenige Menschen, die ähnlich rebellieren, wie man selbst... Menschen, die mit der Zeit eine Art Seelenverwandte werden und doch... entfernt bleiben...

Alles Liebe Das Julchen

P.S.: Ein solch melancholischer Blog-Eintrag war eigentlich nicht beabsichtigt -.-

5.1.07 18:35

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